Abmahnung

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Verhaltensbedingt kann nach dem KSchG seitens des Arbeitgebers ordentlich nur gekündigt werden, wenn der Arbeitnehmer zuvor zeitnah mindestens einmal abgemahnt worden ist.

Voraussetzungen für Wirksamkeit

Damit eine Abmahnung wirksam ist, müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Sie sollte aus Beweiszwecken schriftlich erfolgen und dem Arbeitnehmer zugehen (z.B. persönlich unter Zeugen, gegen schriftliche Bestätigung oder per Einwurfeinschreiben). Aber auch eine mündliche Abmahnung ist möglich.
  • Sie muss einen konkreten Sachverhalt beinhalten ("Am 02.03.2016 kamen Sie wiederholt 30 min. zu spät")
  • Sie muss eine Warnfunktion haben ("Wir werden diese Verhalten in Zukunft nicht dulden")
  • Sie muss auf Konsequenzen im Wiederholungsfall hinweisen ("Sollte sich dieses Verhalten wiederholen, behalten wir uns arbeitsrechtliche Maßnahmen bis zur Kündigung vor")

Wer darf abmahnen?

Abmahnen darf seitens des Arbeitgebers jeder, der auch zu einer Kündigung berechtigt ist.

Zudem dürfen alle die abmahnen, die dem abgemahnten Arbeitnehmer weisungsbefugt sind, also beispielsweise der Vorgesetzte.

Achtung

Wegen eines konkreten Fehlverhalten darf nicht gleichzeitig abgemahnt und dann noch gekündigt werden. Nur wenn sich das selbe Fehlverhalten wiederholt, kann nach vorheriger Abmahnung gekündigt werden.

Wurde der Arbeitnehmer aber wegen Fehlverhalten "A" abgemahnt und begeht jetzt Fehlverhalten "B", so kann er nicht gekündigt werden, sondern muss erneut abgemahnt werden.

Wesentlich im Vorfeld von Abmahnungen ist es, Fehlverhalten genau zu dokumentieren und möglichst unter Benennung von Zeugen darzustellen. Wiederholtes Fehlverhalten darf nicht häufig abgemahnt werden (i.d.R. nur zwei- oder dreimal), ansonsten verfehlt die Abmahnung ihre Zielsetzung. Erzielt man keine gewünschte Wirkung bei dem Mitarbeiter, muss unter Verweis auf die Abmahnungen (fristgerecht oder fristlos oder: fristlos sowie vorsorglich fristgerecht) gekündigt werden. Dies ist entscheidend, um in arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen zu bestehen.

Siehe auch