Kategorie:Aus- und Weiterbildung in der Sicherheitsbranche

Aus Wiki für Schutz und Sicherheit
Wechseln zu: Navigation, Suche
Übersicht über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der privaten Sicherheitsbranche

In dieser Kategorie erhalten Sie einen Überblick über die seriösen und allgemein anerkannten Aus- und Weiterbildungen in der Sicherheitsbranche.

Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Unterrichtung

Die verpflichtende Mindestqualifikation für das Bewachen fremden Lebens oder Eigentums stellt für Arbeitnehmer die Unterrichtung § 34a GewO dar, die einen Lehrgang im Zeitumfang von 40 Unterrichtseinheiten bei einer IHK umfasst.

Sachkundeprüfung

Die Sachkundeprüfung § 34a GewO ist höherwertiger als die Unterrichtung. Eine vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) abgelegte Sachkundeprüfung ist die zwingende Voraussetzung für besondere Bewachungstätigkeiten wie

  • Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum oder in Hausrechtsbereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr (z.B. Citystreife, Bahnhöfe, Einkaufszentren)
  • Schutz vor Ladendieben
  • Bewachungen im Einlassbereich von gastgewerblichen Diskotheken
  • Leitende Tätigkeit in Asylunterkünften
  • Leitende Tätigkeit bei Großveranstaltungen

Berufsausbildung

Nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) richtet sich die 3-jährige Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit sowie die lediglich 2-jährige Ausbildung zur Servicekraft für Schutz und Sicherheit. Die Ausbildungsberufe sind im ersten und zweiten Ausbildungsjahr inhaltlich deckungsgleich. Die Ausbildung findet regulär im dualen System an der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb statt, kann aber auch rein schulisch organisiert werden.

Berufliche Weiterbildung

Als berufsbegleitende Weiterbildung für bereits in der Bewachung tätiges Sicherheitspersonal steht mit der geprüften Schutz- und Sicherheitskraft eine anerkannte Qualifizierung zur Verfügung, die mit einer IHK-Prüfung abschließt und ein mit dem Ausbildungsberuf zur Servicekraft für Schutz und Sicherheit vergleichbares Niveau erreicht. Die Weiterbildung zur geprüften Schutz und Sicherheitskraft hat die vormalige Werkschutzfachkraft abgelöst.

Aufstiegsfortbildung

Die Aufstiegsfortbildung zum Meister für Schutz und Sicherheit umfasst neben den grundlegenden Qualifikationen (Basisteil), der im Wesentlichen den Inhalten des Industriemeisters gleicht, einen branchenspezifischen Fachteil, nämlich die handlungsspezifischen Qualifikationen. Beide Prüfungsteile sowie die Ausbildereignungsprüfung werden vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) abgelegt.

Hochschulstudium

Öffentliche und private Hochschulen bieten sicherheitsspezifische Studiengänge als Präsenzstudium oder Fernstudium als grundständiges Bachelor-Studium oder als darüber hinaus gehendes Master-Studium an. Im Gegensatz zu diesen Studiengängen endet ein Kontaktstudium ohne akademischen Grad. Ein direkter Einstieg mit dem Meister in ein Master-Studium ist derzeit faktisch an keiner Hochschule möglich, auch wenn eine Gleichstellung des Meisters mit dem Bachelor von der Politik angestrebt wird.


Anerkannte Zusatzqualifikationen

Neben den oben genannten Berufsqualifikationen werden von verschiedenen Bildungsträgern bzw. Institutionen auch weitere anerkannte Lehrgänge oder Zertifikate angeboten. Diese stellen häufig Spezialisierungen in bestimmten Bereichen der Sicherheitsbranche dar. Insbesondere in den Bereichen Maritime Sicherheit und Luftsicherheit exististieren staatliche bzw. multinationale Regelwerke, die Mindestqualifikationen und Prüfungsanforderungen bezüglich des einzusetzenden Sicherheitspersonals festlegen.


Veraltete Weiterbildungen und Scheinqualifikationen

Einige vormals sehr beliebte Qualifikationen wie die Werkschutzlehrgänge I-IV als Vorbereitung für die Prüfung zur Werkschutzfachkraft sind überholt, da die entsprechenden Weiterbildungsmodelle und die dazugehörigen Prüfungen in dieser Form nicht mehr existieren und Lerninhalte modernisiert wurden.
Leider werden von manchen Bildungsträgern auch Qualifikationen angeboten, die Phantasienamen wie "Sicherheitsfachkraft" oder ähnlich tragen, meist über Monate laufen und nur einen Zweck haben: Den Teilnehmern oder der Arbeitsagentur das Geld aus der Tasche zu ziehen. Oft steckt dahinter nur eine Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung § 34a GewO und eine Waffensachkundeprüfung. Beide Qualifikationen erhalten Sie bei seriösen Anbietern in maximal vier Wochen Gesamtlehrgangszeit.